Spreewald im Winter

Saure Gurken Zeit ? Nee !

Foto @Yvonne Scherbatzki

Der Spreewald ist wie viele Regionen in der sogenannten Winterruhe. Die Natur erholt sich, der Mensch auch. Doch ist im Spreewald Winter wirklich nichts erlebenswert? Weit gefehlt, wie unser Blog euch zeigen wird.

Spreewald im Winter Heuschober und Futterkrippen
Foto @Mario Hauser

Spreewald im Winter – Ein kalter Tag beginnt…

Es ist 9 Uhr an einem noch grauen Novembertag. Die Spreewaldlandschaft hat sich in eine verzuckerte Landschaft verwandelt. Winterwonderland in einer Ruhe, die man gar nicht beschreiben kann. Das muss man erleben. Die Fliesse führen noch Wasser in flüssiger Form, denn ein Durchfrieren bedarf schon einiger kalter Nächte unterhalb der 10 Grad Minus. Dies passiert in den letzten Jahrzehnten aber nicht so oft. Trotzdem malerisch – genießen wir den Moment.

Erstmal stärken für den Tag

Da im Spreewald Winter nicht mehr alle Dienstleister von Speisen und Getränken geöffnet haben, muss man sich schon ein wenig umschauen oder eben belesen. Wir empfehlen die Poliwka Suppenbar, welche auch leckeres Frühstück in ihre Pension oder Ferienhaus liefert. Ein besonderes Highlight hier sind die Tagessuppen, wie der Name ja bereits verrät. Wenn ihr dann schon im Herzen des Kurortes Burg/Spreewald seid, könnt ihr den Tag hier gleich für Erkundungen nutzen.

Spreewald im Winter Brücke am Fliess
Foto @Mario Hauser

Spreewald im Winter – Aktiv *outdoor

 Packcraft
Foto @Hikanoe
 Standuppaddling
Foto @Martin Fix

Natürlich steht der Spreewald immer für Wassersport & Co.. Nicht alle wollen aber paddeln oder gar Standuppaddling machen. Für die, denen Kälte und Nässe auch im Winter nichts ausmacht empfehlen wir eine Hikanoe Tour durch das verzweigte Spreewaldland. Vorteil ist, dass sich diese „Rucksackboote“ in Windeseile verstauen lassen und man sich beim Wandern schnell wieder erwärmen kann. Tipps dazu findet ihr auch hier. Wer das ganze als Kombi mit einer Wanderung oder lieber an Land bleiben möchte, der kann auch nach dem Schatz der Burger Lutken suchen. Das Entdeckerspiel, welches wir in Zeiten des ersten Pandemiewinters entwickelt haben, ist was für jung und alt. Auf einer 10 km langen Route durch Burg/Spreewald gibt es einige Rätsel zu lösen, um am Ende den Schatz zu heben. Weitere Entdeckerspiele werden folgen, wie die Radtour „Auf den Spuren des Schlangenkönigs“ und das Paddel-Caching Spiel „Wassermanns Reich“. *ab Ostern erhältlich

 indoor Laserschiessen
Foto @Musikhaus Korn

Spreewald im Winter *indoor

Wem es draußen zu kalt ist, aber trotzdem aktiv sein möchte, dem wird im Spreewald auch was geboten. So kann man z.B. mal das Laserschiessen für sich entdecken oder sogar mit Pfeil und Bogen indoor aktiv sein. Auf dem Areal der Jugendherberge in Burg ist das täglich möglich. Falls dies nicht so Ihr Ding ist, können Sie aber auch einige tolle Spassbäder nutzen, wie die Spreewelten Lübbenau, wo man mit Pinguinen schwimmen und in Themensaunen entspannen kann. Weitere Tipps für Indoorerlebnisse und Erkundungen finden Sie hier:

Windmühle Straupitz Heimatstube Raddusch Unkrautladen

Spreewald im Winter – Mummelkahn & mehr

Egal wann man im Spreewald ist, eine Kahnfahrt darf nicht fehlen. In der kalten Jahreszeit fahren nicht mehr alle Fährmänner die Fliesse der Spree auf und ab. Die Fahrtzeiten werden auch auf maximal 1 bis 1,5 Stunden begrenzt. Mit Decken, heißem Glühwein und einem unterhaltsamen Fährmann, ist dies aber eine tolle Wintererfahrung. Ab 2 Personen kann man schon auf Tour gehen und den Winterzauber genießen. Anfragen gerne über den Whatsapp Button oder per Mail.

Foto @Mario Hauser

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Spreewaldbräuche

aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronisten und Spreewaldinsider Manfred Kliche.

1. Hexenfeuer in der Walpurgisnacht

Einer dieser Spreewaldbräuche ist ähnlich dem des Osterfeuers. Die Walpurgisnacht ist ein traditionelles Fest am 30.April. Der Name leitet sich von der heiligen Walburga ab , einer heiligen Äbtissin aus dem Mittelalter. Der Brauch soll symbolisch die Verjagung der kalten Jahreszeit und alles Schlechten darstellen. In der Walpurgisnacht ( auch Hexenbrennen genannt)vom 30. April zum 1. Mai werden sogenannte Hexenfeuer gezündet. Auf einem Holzstoß wird eine Strohpuppe verbrannt , eben die Winterhexe. Mit dem Hexenfeuer will man die bösen Geister vertreiben. Gewöhnlich soll das Springen durch dem Hexenfeuer besonders Verliebten und Liebenden viel Glück bringen. Dem Hexenfeuer in der Walpurgisnacht folgt meist der Tanz in den Mai.

Spreewaldbräuche


Das Maibaumaufstellen

Am Abend vor dem 1.Mai ( also am 30.April ) stellen die Burschen des Dorfes den Maibaum auf. Der Baum musste früher heimlich dem Wald entnommen werden , sonst hat er keine Symbolkraft als Beschützer des Dorfes. Der Baumstamm darf keine Baumrinde haben , weil sich zwischen Baum und Borke böse Geister und Krankheiten verstecken könnten. Der Baum ist das Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit für Mensch, Tier und Flur. Am 30. April wird also ein möglichst großer Baum aufgestellt, an dessen Spitze eine junge Birke und ein mit Bändern und bunten Tüchern geschmückter Kranz befestigt wird. Um den Stamm wird von oben nach unten eine lange Girlande oder Bänder geschlungen. In Raddusch wird der Stamm mit bunten Bändern durch den “ Bändertanz “ den Mädchen und Jungen tanzen , umwickelt. Nach dem Aufstellen des Maibaumes erfolgt ein zünftiger Tanz in den Mai. Der Maibaum darf erst am 31. Mai wieder fallen. Wird er zwischen diesem Zeitraum abgesägt , durfte früher die Dorfjugend 7 Jahre keinen Maibaum aufstellen und auch keinen Maitanz durchführen. Damit der Maibaum nicht von Jugendlichen anderer Orte abgesägt werden konnte , wurde er von der Dorfjugend bewacht . Einer der beliebtesten Spreewaldbräuche.

Maibaum
Tanz in den Mai


3. Pfingsten

Pfingsten ist das Fest, das jedes Jahr 49 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert wird. Es ist ein fröhliches Fest denn Christen feiern dann die Auferstehung Jesu. Auch weltliche Pfingstbräuche gibt es , mit denen die Menschen seit Jahrhunderten den Frühling begrüßen. Dabei spielt die erwachende Natur und die Bitte um eine gute Ernte eine große Rolle. So schmückte man früher die Kirchen und die Häuser mit Maien- oder Birkenzweigen.Noch bis Ende der fünfziger Jahre wurden in Raddusch an den Zäunen der Grundstücke Birkenzweige angebracht.In den Familien wurde Pfingsten oft neben dem Kirchenbesuch auch für Ausflüge in den Spreewald genutzt.Ganz, ganz früher soll man einen Ochsen mit Birkengrün , bunten Bändern und der Pfingstrose geschmückt haben und ihn durchs Dorf geführt haben. Daher stammt die Radewendung “ Pfingstochse “. Pfingsten wird endgültig vom Winter Abschied genommen .

Bis bald zum nächsten Blog Spreewaldinformationen und Spreewaldbräuche.

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Heuschober (n) Spreewald

Aufgeschrieben vom Ortschronisten und Spreewaldinsider Manfred Kliche.


1. Die Wiesenmahd

Früher fuhren die Männer mit dem Kahn zu den Spreewaldwiesen, um einen Heuschober zu bauen. (Heuschobern) Bestückt mit Sensen , Harken und Gabeln , sowie mit reichlich Proviant wie gekochte Eier, Schinken , Brot und reichlich Tee , der meist in Tonflaschen abgefüllt war, ging es zur Arbeit. Die Männer , meist 6 bis 8 begannen nun mit der Wiesenmahd. In kleinen Abständen begann jeder sein Schwad. Es wurde damals sehr hoch gemäht, da unter dem Schwad meist Wasser auf den Wiesen stand. Nachdem das Gras in Schwaden gemäht war, wurden die Schwaden mittels Gabel oder Harken auseinander gestreut, um so schneller trocknen zu können. Tage später wurde dann das Heu mehrfach manuell mit Harken gewendet und wenn es dann trocken war, wurde das Heu in Schwaden geharkt. Dann wurden “ sogenannte Haufen “ gemacht. In den Haufen lagerte das Heu ab und trocknete weiter.Die Heuhaufen wurden dann mittels Tragestangen zum Standort des künftigen Heuschobers getragen . Heuschober Bauen im Spreewald.

Heuschober Spreewald Gestell


2. Bau der Schoberstelle –
Heuschober Spreewald

Die Schoberstelle wurde meist an einer günstig erreichbaren Stelle auf der Wiese gebaut. , oft in der Nähe des Fließes. Diese Stelle mußte im Spätherbst oder im Winter leicht zu Lande oder per Kahn erreichbar sein.In der Mitte der Schoberstelle wurde ein Stange ca 6 Meter in den Boden gestellt. Die Schoberstange wird von drei bis vier Stützstangen gehalten , damit sie auch starkem Wind Widerstand halten kann. Um die Schoberstange werden Holzpflöcke im Quadrat in die Erde gebracht. Diese Holzpflöcke stehen 30 bis 40 cm über die Erde. Auf diese Holzpflöcke wird nun das Schobergestell errichtet. Im Karree werden über die Holzpflöcke Holzstangen gelegt , so das eine perfekte Unterlage entsteht , durch diese auch die Schoberstange eine Stabilität erhält. Die Höhe der Holzpfosten von 30 bis 40 cm wurde deshalb gewählt ,damit bei Hochwasser das Wasser darunter durchfliesen konnte und das Heu nicht durch die Wassermassen verfaulen musste. Oft erzählte man auch die Geschichte, das die hohlen Stellen unter dem Schober von Liebespaaren genutzt wurden. Wackelte die Schoberstange an der Spitze , so hieß es , war der Schober unten von einem Liebespaar belegt.



3. Der Heuschober-Bau

Mittels Tragestangen werden die auf der Wiese verteilten Heuhaufen zur Schoberstelle getragen (später, als die Wiesen trockener wurden sind die Heuhaufen auch per Traktor mit Hänger oder dem Einachser ( im Volksmund “ eiserne Kuh “ genannt , zur Schoberstelle transportiert worden. Waren alle Heuhaufen der Wiese zur Schoberstelle transportiert , begann nun das eigentliche “Schobern “ oder “ Schoberbauen”.Meist begab sich die Ehefrau des Bauern oder ein Anderer auf die Schoberstelle. Nun wurden die einzelnen Heuhaufen mit der Gabel auf die Schoberstelle gereicht. Erst werden der Außenring gepackt , dann erfolgt die Ablagerung des Heues im Inneren. Diese Reihenfolge wiederholt sich nun bis zur Schoberspitze. Wichtig ist, dass kräftig durch antrampeln das Heu auf der Schoberstelle verdichtet wird. Von unten wird dann der Heuschober in seinen Kreisen immer mehr verkleinert, so das die typische Form des Heuschobers entstehen kann. Je höher der Schober zur Spitze gelangt , desto kleiner werden die Gabelzugaben . Nun nimmt die Bäuerin oder der Schoberbauer eine Heuharke zur Hilfe um die Schoberspitze besonders zu verdichten.Ist die Schoberspitze fertiggestellt, werden durch den Schoberer (Bauern) zwei gefolchtene Heukränze per Gabel zur Bäuerin oder zum Schoberer nach oben gegeben. Diese Kränze werden nun mit Hilfe der Heuharke über die Schoberstange geführt und sollen den Abschluß des Schobers bilden. Die Heukränze wirken wie Dachfirsten und dienen dazu die Schoberspitze völlig zu verdichten , so dass kein Wasser ins abgelagerte Heu gelangen kann.Jetzt wird der Schober noch im Außenbereich mittels Harken abgeharkt.Nun ist der Spreewaldschober fertig. Nur noch die Bäuerin oder der Schoberer müssen vom Schober geholt werden.Früher wurde der Bäuerin oder dem Schoberer ein Strick nach oben geworfen , dieser wurde um die Schoberstange gelegt und so konnte sich die Bäuerin oder der Schoberer von der Schoberspitze nach unten abseilen.In der Neuzeit werden Leitern an den Schober angestellt , so dass damit der Abstieg von der Schobersitze durchgeführt werden kann.


4.Abholung der Heuschober Spreewald

Überwiegend wurden die Heuschober Spreewald in den Wintermonaten heim in die Bauernwirtschaften geholt, dann , wenn die Wiesen durch den Winterstau überflutet und zugefroren waren oder auch die Fließe zugefroren waren per Schlittentransport.Oder die Heuschober wurden per Kahn im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr mit Kähnen in die Dörfer geholt. Dabei wurden oft zwei Kähne zusammen gebunden und so für den Heutransport eine größere Transportfläche geschaffen.Die Kähne wurden dann am Hafen auf Fuhrwerke ausgeladen und vom Hafen in die wirtschaften transportiert.

Filmteam beim Heuschobern

Weitere spannende Spreewaldinfos mit dem Insider Manni Kliche finden Sie bei unseren täglichen Angeboten.

Raddusch. Das Gipfelkreuz vom Schwarzen Berg

Aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronisten Manfred Kliche ( 2021)

Im Spreewald und , gibt es nur wenige Erhöhungen in der Niederungslandschaft , dazu gehören die Dubrauer Höhe mit 93 m über NN , der Neuzaucher Weinberg ( gelegen zwischen Straupitz und Neuzauche ) mit 88 m über NN und dann folgt schon der Schwarze Berg von Raddusch mit 65 Metern über NN.

Raddusch Gipfelkreuz setzen
Handwerker am Kreuz

Raddusch im „Gebirge“

Der Ort Raddusch selbst breitet sich unmittelbar am Rand des Baruther Urstromtals auf einer etwa 55 bis 60 m hoch gelegenen Grundmoränenplatte aus.

Nordwestlich des Ortes erhebt sich der etwa 700 m lange und 500 m breite Bergrücken , der Schwarze Berg . Er tritt sehr stark hervor , fällt stark nach Norden zur Spreewaldniederung von 65 m auf 51 m ab. Vom Berg kann man einen weiten Blick in die Spreewaldlandschaft genießen. Der Bergrücken ist Rest einer Endmoräne aus dem Warthestadium.

Manni Kliche Ortschronist Raddusch

Nutzen der Natur

In einem Teil des Bergrückens wurde Sand für den Deichbau , später für die Kraftwerke Lübbenau und Vetschau abgebaut. Bei den Abbaggerungsarbeiten wurden im schneeweißen Sand zahlreiche historische Funde ausgegraben , so unter anderem mittelsteinzeitliche

Feuersteinklingen , Spitzen ,Schaber ,Spalter und Pfeilspitzen , sowie ein Gefäß der jungsteinzeitlichen Kugelamphorenkultur belegt.

Aus der jüngeren Bronzezeit stammen bei der ehemaligen Ziegelei nahe der heutigen Autobahn und auf dem Schwarzen Berg angelegte Flachgräberfelder. Auf dem Schwarzen Berg bestand darüber hinaus während dieser Zeit eine Siedlung , deren Herdstellen untersucht wurden. Von dort stammt ein Depot von 66 Urnengefäßen , die sich in einer Grube befanden und eine weitere Bestätigung für eine frühzeitlichen Siedlung auf dem heutigen Radduschergebiet zeugen .

Auf der Abbaggerungsseite der Berges nisteten bis in die 1960 iger Jahre viele Uferschwalben , die aber durch den ständigen Abbau verschunden sind. Der flachere Südhang wurde als Ackerland durch die Landwirtschaft genutzt.

Zu Mauerzeiten

Zu DDR-Zeiten gab es Pläne im Teil des Abbaggerungsgebietes eine Badeanstalt zu errichten , auf dem Berg sollte eine Aussichtsturm aus Holz errichtet werden und ein Zeltplatz entstehen. Alles Pläne , die wegen Geld-und Materialmangel nicht verwirklicht werden konnten.Im Ausbaggerungsgebiet wurde zwischen den 60iger bis 1970iger Jahren eine Müllkippe eingerichtet , die später zugeschoben wurde .

Raddusch Gipfelkreuz und Besucher
Gipfelkreuz mit Besuchern

Waldkindergarten & Gipfelkreuz

Nach der politischen Wende wurde ein Waldkindergarten auf dem Schwarzen Berg eingerichtet , der von der Radduscher KITA intensiv genutzt und ständig weiter ausgestaltet wird. Im Jahr 2012 richtete der Radduscher Tourismusverein den „historischen Rundweg „ ein , der hauptsächlich für die Urlauber und Touristen genutzt werden soll.

Der Schwarze Berg ist dabei eine von den 20 Stationen dieses Rundweges. Dabei gibt es auch eine Besonderheit. Zum Schwarzen Berg gibt es auch eine Sage , die vom Streit zwischen einem Riesen und einem Schneider erzählt , dabei geht es darum ,wer wohl mehr Sand in den Stiefeln hätte.

Zu dieser Sage wurde in der Nähe des Waldkindergartens eine große Tafel mit der Sagengeschichte aufgestellt.

Schweizer in Raddusch

Seit meheren Jahren kommen jährlich Touristen , vorallem aus der Schweiz mit dem Schweizer Reiseunternehmen Twerenbold nach Raddusch. Zu ihrem Aufenthalt gehört neben der traditionellen Kahnfahrt auch die Wanderung auf dem historischen Rundweg.

Die Besteigung des Berges durch die Schweizer löst dabei immer wieder viel Spaß und Freude aus, da die Schweizer natürlich andere Höhen gewöhnt sind. Bei fast jedem Besuch der Schweizer Gäste wurde aus Spaß nach dem „Gipfelkreuz und dem Gipfelbuch „ gefragt.

Dies nahm das Schweizerreiseunternehmen zum Anlass und übergab bei der Besteigung des Berges im Jahr 2017 dem Radduscher Ortschronisten eine wetterfeste Kassette mit dem Gipfelbuch. Diese sollte er dem Tourismusverein übergeben ,mit der Bitte das dieser hier auf dem Berggipfel ein Gipfelkreuz errichten sollte. Der Tourismusverein konnte den einheimischen Schmiedemeister Bernd Klinkmüller für diese Aufgabe gewinnen.

2020 begann Bernd Klinkmüller das künftige Gipfelkreuz anzufertigen. In mühevoller Arbeit hat er das Gipfelkreuz angefertigt und dabei seine Arbeitsleistung und das Material gesponsort. Der Radduscher Landwirt Fritz Buchan hat dazu als Eigentümer die entsprechende Fläche zum Aufstellen des Gipfelkreuzes zur Verfügung gestellt. Der Unternehmer Matthias Mutschke, „ Gasthaus zum Slawen „ stellte kostenlos den benötigten Beton zur Verfügung und die Firma „ Richter Werbung „ wird eine Tafel zur Geschichte des Berges kostenlos anfertigen .

Nun im Jahr 2021 ist es soweit . Das Gipelkreuz ist auf dem Schwarzen Berg durch den Vorsitzenden des Tourismusvereins Frank Zeugner , Matthias Mutschke und Peter Schapp vom Ortsbeirat aufgestellt worden. Frank Zeugner ist weiter aktiv um das Gipfelkreuz noch attraktiver zu gestalten ,sollen weitere Feldsteine und Findlinge um das Kreuz gelegt und ein Gipfelbuch beschafft und angebracht werden.

Mit dem Gipfelkreuz erfährt der „historische Rundweg „ in Raddusch eine weitere Bereicherung. Also nutzen sie den nächsten Aufenthalt in Raddusch und besuchen sie den Gipfel des Schwarzen Berges , dann können sie sich selbst vom Gipfelkreuz überzeugen ! Erleben Sie den Ort Raddusch auf unseren Wanderungen mit Manni Kliche – Infos unter Tägliche Pauschalen.

Quellen : Die Ortschronik von Raddusch von Manfred Kliche

Burger und Lübbenauer Spreewald , Seite 168/169

Akademie- Verlag Berlin 1981

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Bräuche Spreewald

Aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronist Manni Kliche (Spreewald Insider)

Bräuche Spreewald – Eierverzieren

Bräuche werden im Spreewald noch immer gehegt und gepflegt, auch natürlich zum Osterfest. Einige werden euch hier vorgestellt.

Aus alten Zeiten ist bekannt, dass frische Eier nicht gut die Farbe annehmen. Die Eier sollten daher mindestens 10 Tage alt sein. Man ist auch der Auffassung, dass sich Eier mit gelblicher Schale besser eignen als die mit einer weißen Schale.

Es gibt verschiedene Techniken zur Ostereierverzierung , eine davon ist die Wachstechnik .,

Vor dem “ Malen “ wird jedes Ei sauber gewaschen und darauf gut angewärmt , weil die Schale erst dann das Wachs richtig annimmt.

In einem alten Löffel wird infolge Erwärmung durch ein darunter stehendes Talklicht möglichst reines Bienenwachs ( direkt vom Imker ) dauernd flüssig gehalten. Bei sonst gekauften Bienenwachs ist fast immer Stearin zugesetzt , dadurch schmilzt das Wachs beim kochen zu schnell und die Zeichnung verliert ihre klare , hellgelbe Farbe.

Mittels Stecknadel mit Kuppe ,die mit ihrer Spitze auf ein Holzstöckchen gedrückt ist , wird das flüssige Wachs auf die Schale des Eies übertragen ,wo es bald erhärtet.

Die Nadel mit dem Stöckchen wird so gefasst , dass die vier Finger das Stöckchen umschließen und mit ihnen das Zeichnen der Eier erfolgt , während der Daumen in diesem Augenblick die zeichnenden anderen Finger auf dem Ei stützt. Mit der Stecknadelkuppe können aber nur Striche und Punkte gezeichnet werden. Nun kann man auch verschiedene Muster zeichnen , dazu benutzt man Hühnerfedern .

Man reißt die Feder zu beiden Seiten genau von unten bis auf etwa 1/ 5 ab und schneidet dann das Federkiel zu einer kleinem kleinen Dreieck . Dieses kleine Federstück wird in das Wachs getaucht und dann auf die Eierschale gedrückt. Auch auf diese Weise können verschiedene Muster auf die Eierschale aufgebracht werden.

Während die Eier gezeichnet werden lässt man die Zwiebelschalen — je mehr Schalen — , um so schöner wird der Farbton — kochen.

In der kalt gewordenen Zwiebellauge müssen die mit Wachs gezeichneten Eier liegen.

Danach werden die Eier in der Lauge solange gekocht , bis sie gut sind , d.h. , das Wachs sich gelöst hat und die Zeichnung eine schöne , gelbe Farbe zeigt. Danach werden sie , solange sie noch warm sind , mit einer Speckschwarte abgerieben. Und fertig sind die Ostereier !

Ostereier Bräuche Spreewald
Kunst des Eierverzierens

Das Ostersingen

Früher war es in Raddusch uns in anderen Orten üblich , dass in der Nacht von Sonnabend zu Ostersonntag das “ Ostersingen” statt fand.

Meist traf man sich in der Nähe der letzten Spinnstube . In der Spinnstube hatten die Mädchen ja die Passionslieder eingeübt. Dann ging es singend auf einer vorher abgesprochenen Route durchs Dorf. Als Dank erhielten sie von den Bewohnern Kuchen , Getränke und manchmal auch etwas Geld. Das “ Sangeskleingeld “ wurde dann spät in der Nacht im Wirtshaus verzecht.

In Raddusch wird dieser Brauch seit 1958 nicht mehr gepflegt , nur in Burg erfolgt das Ostersingen noch.

Bräuche Spreewald Ostersingen
Ostersingen Raddusch

Bräuche Spreewald – Osterwasser holen

Dieser Brauch wird in der Nacht ( bis zum Sonnenaufgang) zum Ostersonntag von den Mädchen durchgeführt.

Die Mädchen schöpfen mit einem Krug ( früher Tonkrüge ) Wasser aus einem fließenden Gewässer. In Raddusch waren dies zwei Quellen in der Nähe des Schwarzen Berges. Der Brauch knüpft an den Glauben des Reinheit und Gesundheit fördernden Wassers .

Die Mädchen durften während des Wasserholens also auf dem Rückweg kein Wort reden, sonst wäre die Wirksamkeit des Wassers verloren und sie hätten dann nur noch “ Plapperwasser “ .

Natürlich nutzten die Burschen diese Zeit um die Mädchen zu erschrecken. Mit dem geholten Osterwasser sollte man sich waschen , es sollte Schönheit und Frische sowie Gesundheit für neue Jahr bringen und Krankheiten vorbeugen.

In manchen Fällen hat man damit auch das Vieh besprengt , weil man glaubte , das dass Osterwasser Krankheiten vom Vieh fernhält.

Bräuche Spreewald Osterwasser holen
Mädels beim Wasser holen

Bräuche Spreewald – Das Osterfeuer

Mit dem Osterfeuer verbindet man die Kraft der Sonne und des nahenden Sommers. Man verbindet mit dem Feuer den Glauben an die reinigende Kraft des Feuers , es soll das Alte , Überlebte , beseitigt werden.

Zum Osterfeuer werden vor allem Reisig, und andere Holzabfälle gesammelt und zu einem bestimmten Platz gebracht und zu einem großen Klafter aufgeschüttet, bevor es um Mitternacht zu Ostersonntag entzündet wird.

In letzter Zeit werden die Osterfeuerstellen von den Jungen bewacht , da es von Jugendlichen anderer Orte versucht wird vorzeitig zu entzünden. Sollte dies passiert sein , ist der Spott groß !

Nicht selten wird dieser Brauch von Lärm und Ausgelassenheit , begleitet. Gerechtfertigt wird der Lärm und die Ausgelassenheit damit , dass dadurch die Dämonen verjagt werden sollen .

Früher wurde dann auch noch Schabernack betrieben . So wurden Türen und Tore ausgehangen und zum Dorfanger getragen. Die Besitzer mussten diese dann am Ostersonntag wieder nach Hause holen.

Der Brauch des Osterfeuerbrennens wird heute in fast jedem Ort unserer Region gepflegt.

Spaß für alle – Walleien

Ein Osterbrauch , der heute nur noch vereinzelt , meist zu großen Festen zu Ostern durchgeführt wird.

Auch das Walleien ist ein Fruchtbarkeitsbrauch. Die Ostereier werden von einem kleinen Berg in eine schräglaufende Grube gerollt , mit dem Wunsch , dass die Frucht gedeiht und viele große Früchte bringe.

Heute ist das Walleien ein beliebtes Kinderspiel zu Ostern. Denn das Ei , welches beim herunterrollen ein anderes in der Grube befindliches Ei trifft, gehört dem , der das Ei geschoben hat. Danke Manni!!!

Unsere Ostertipps: Entdeckertour Burg/Spreewald /Laserschiessen

Geschichte, Infos, Spreewald, Traditionen

Osterfest im Spreewald

Eier, Eier nochmal Eier

Eine Zeitreise geschrieben und erzählt vom Radduscher Ortschronist Manfred Kliche.

Osterfest Spreewald – Wendisch Jatsy

Das Osterfest (Spreewald) ist eines der ältesten christlichen Jahresfeste.Auch für die evangelischen Wenden in Raddusch war es das Frühlingsfest , der Übergang vonm Winter zur warmen Jahreszeit. Am Grünen Donnerstag , so sagte es der Volksglaube,sollte der Bauer die Ausaat beginnen . Dies erfolgte frührer mit einer Besonderheit : Der Bauer erhielt von seiner Frau gekochte Eier mit, die er auf dem Acker verzehren musste . Die Eierschalen vergrub er dabei mit der Saat , sie sollten für Fruchtbarkeit sorgen. Am Karfreitag durfte nicht gearbeitet werden. Er wurde als großer Feiertag begangen.Die gesamte Familie besuchte die Kirche. Es war eigentlich auch der Tag , an dem die Ostereier bemalt wurden, die am Ostersonntag die Patenkinder und die eigenen Kinder erhielten.Das Ei galt als Symbol für Wachstum und Fruchtbarkeit also der Vegetations- und Lebenskraft.Die reichen Bauern schenkten die Eier auch den Knechten und Mägden , dem Pfarrer und dem Dorfschullehrer.

Osterfest Spreewald – Von Paten & Geschenken

An den Ostertagen besuchten besuchen die Kinder ihre Paten. Jeder Pate ist verpflichtet , alljährlich seinen Patenkindern Geschenke zu machen.Nach altem Brauch sind jeweils drei Ostereier und je nach Vermögen noch Geld –oder Sachgeschenke zu machen.Das letzte Mal bedankt sich das Patenkind mit einem Sprüchlein. Im folgenden Jahr ist dann der Pate verpflichtet noch einmal ein Geschenk zu machen , diesmal aber muss er mit seinem Geschenk zum Patenkind kommen.Dann wird von den Eltern des Patenkindes eine Kaffeetafel gerichtet ,manchmal wird auch Wein und Schnaps getrunken.

Osterfest Spreewald – Das Eierverzieren

Aus alten Zeiten ist bekannt, dass frische Eier nicht gut die Farbe annehmen. Die Eier sollen mindestens 10 Tage alt sein .Man ist auch der Auffassung, dass sich die Eier mit gelblicher Schale besser eignen als die mit einer weißen Schale. Vor dem „Malen „ wird jedes Ei sauber gewaschen und darauf gut angewärmt , weil die Schale erst dann das Wachs richtig annimmt. In einem alten Löffel wird infolge Erwärmung durch ein darunterstehendes Talglicht möglichst reines Bienenwachs ( direkt vom Imker ) dauernd flüssig gehalten . Bei sonst gekauften Bienenwachs ist fast stets Stearin zugesetzt , dadurch schmilzt das Wachs beim Koch en zu schnell und die Zeichnung verliert ihre klare, hellgelbe Farbe. Mittels einer Stecknadel , die mit ihrer Spitze auf ein Holzstöckchen gedrückt bist , wird das flüssige Wachs auf die Schale des Eies übertragen , wo es bald erhärtet.

Gewöhnliche Stecknadeln eignen sich hierzu gar nicht, es müssen Stecknadeln sein , die eine recht große ,starke Kuppe haben.Die Nadel mit dem Stock wird so gefasst ,dass die vier Finger das Stöckchen umschließen und mit ihnen das Zeichnen der Eier erfolgt, während der Daumen in diesem Augenblick die zeichnenden anderen Finger auf dem Ei stützt.Mit der Stecknadelkuppe können aber nur Striche und Punkte gezeichnet werden .Nun kann man auch ein kleines , dreieckiges , flächiges Muster zeichnen ; dazu benutzt man eine Hühnerfeder , und zwar folgendermaßen:Man reißt die Feder zu beiden Seiten genau von unten bis auf etwa 1/5 ab und schneidet dann von der Spitze aus noch soviel ab , dass der Federkiel jetzt oben nur ein kleines Dreieck trägt. Dieses kleine Federstück wird in das Wachs getaucht und dann auf die Eierschale gedrückt. Auch auf diese Weise können die verschiedensten Muster auf die Eierschale aufgebracht werden.

Während die Eier gezeichnet werden , lässt man die Zwiebelschalen —- je mehr Schalen , um so schöner wird der Farbton — kochen. Früher nahm man dazu lieber klares , fließendes Wasser aus dem Fließ oder Graben ; es soll besser als Leitungswasser sein.In der kalt gewordenen Zwiebellauge müssen die mit Wachs gezeichneten Eier über Nacht liegen und erst am Morgen werden sie darin solange gekocht , bis sie gut sind , d. h. , das Wachs sich gelöst hat und die Zeichnung eine schöne , gelbe Farbe zeigt . Dann werden sie noch, solange sie warm sind , mit einer Speckschwarte abgerieben.Die verschiedenen Zeichnungen ( Sterne, Ranken usw.) haben keine eigene Bedeutung bzw. Bezeichnung. Jeder „malt“ die Eier nach seinem Geschmack.Sie sind um so schöner , je regelmäßiger die Zeichnungen ausfallen und je genauer der Zwischenraum dabei ist.Die Hersteller waren dann richtig froh und glücklich , wenn sie merkten ,dass ihre mit viel Liebe und Mühe selbst gemalten Ostereier den Beschenkten , vor allem den Kindern , viel Freude bereiteten .

(Aufgeschrieben von Manfred Kliche aus Raddusch nach der Beschreibung von Johanna Homfeldt , geb. Beesk im Jahr 2000 )

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