Heuschober (n) Spreewald

Aufgeschrieben vom Ortschronisten und Spreewaldinsider Manfred Kliche.


1. Die Wiesenmahd

Früher fuhren die Männer mit dem Kahn zu den Spreewaldwiesen, um einen Heuschober zu bauen. (Heuschobern) Bestückt mit Sensen , Harken und Gabeln , sowie mit reichlich Proviant wie gekochte Eier, Schinken , Brot und reichlich Tee , der meist in Tonflaschen abgefüllt war, ging es zur Arbeit. Die Männer , meist 6 bis 8 begannen nun mit der Wiesenmahd. In kleinen Abständen begann jeder sein Schwad. Es wurde damals sehr hoch gemäht, da unter dem Schwad meist Wasser auf den Wiesen stand. Nachdem das Gras in Schwaden gemäht war, wurden die Schwaden mittels Gabel oder Harken auseinander gestreut, um so schneller trocknen zu können. Tage später wurde dann das Heu mehrfach manuell mit Harken gewendet und wenn es dann trocken war, wurde das Heu in Schwaden geharkt. Dann wurden “ sogenannte Haufen “ gemacht. In den Haufen lagerte das Heu ab und trocknete weiter.Die Heuhaufen wurden dann mittels Tragestangen zum Standort des künftigen Heuschobers getragen . Heuschober Bauen im Spreewald.

Heuschober Spreewald Gestell


2. Bau der Schoberstelle –
Heuschober Spreewald

Die Schoberstelle wurde meist an einer günstig erreichbaren Stelle auf der Wiese gebaut. , oft in der Nähe des Fließes. Diese Stelle mußte im Spätherbst oder im Winter leicht zu Lande oder per Kahn erreichbar sein.In der Mitte der Schoberstelle wurde ein Stange ca 6 Meter in den Boden gestellt. Die Schoberstange wird von drei bis vier Stützstangen gehalten , damit sie auch starkem Wind Widerstand halten kann. Um die Schoberstange werden Holzpflöcke im Quadrat in die Erde gebracht. Diese Holzpflöcke stehen 30 bis 40 cm über die Erde. Auf diese Holzpflöcke wird nun das Schobergestell errichtet. Im Karree werden über die Holzpflöcke Holzstangen gelegt , so das eine perfekte Unterlage entsteht , durch diese auch die Schoberstange eine Stabilität erhält. Die Höhe der Holzpfosten von 30 bis 40 cm wurde deshalb gewählt ,damit bei Hochwasser das Wasser darunter durchfliesen konnte und das Heu nicht durch die Wassermassen verfaulen musste. Oft erzählte man auch die Geschichte, das die hohlen Stellen unter dem Schober von Liebespaaren genutzt wurden. Wackelte die Schoberstange an der Spitze , so hieß es , war der Schober unten von einem Liebespaar belegt.



3. Der Heuschober-Bau

Mittels Tragestangen werden die auf der Wiese verteilten Heuhaufen zur Schoberstelle getragen (später, als die Wiesen trockener wurden sind die Heuhaufen auch per Traktor mit Hänger oder dem Einachser ( im Volksmund “ eiserne Kuh “ genannt , zur Schoberstelle transportiert worden. Waren alle Heuhaufen der Wiese zur Schoberstelle transportiert , begann nun das eigentliche “Schobern “ oder “ Schoberbauen”.Meist begab sich die Ehefrau des Bauern oder ein Anderer auf die Schoberstelle. Nun wurden die einzelnen Heuhaufen mit der Gabel auf die Schoberstelle gereicht. Erst werden der Außenring gepackt , dann erfolgt die Ablagerung des Heues im Inneren. Diese Reihenfolge wiederholt sich nun bis zur Schoberspitze. Wichtig ist, dass kräftig durch antrampeln das Heu auf der Schoberstelle verdichtet wird. Von unten wird dann der Heuschober in seinen Kreisen immer mehr verkleinert, so das die typische Form des Heuschobers entstehen kann. Je höher der Schober zur Spitze gelangt , desto kleiner werden die Gabelzugaben . Nun nimmt die Bäuerin oder der Schoberbauer eine Heuharke zur Hilfe um die Schoberspitze besonders zu verdichten.Ist die Schoberspitze fertiggestellt, werden durch den Schoberer (Bauern) zwei gefolchtene Heukränze per Gabel zur Bäuerin oder zum Schoberer nach oben gegeben. Diese Kränze werden nun mit Hilfe der Heuharke über die Schoberstange geführt und sollen den Abschluß des Schobers bilden. Die Heukränze wirken wie Dachfirsten und dienen dazu die Schoberspitze völlig zu verdichten , so dass kein Wasser ins abgelagerte Heu gelangen kann.Jetzt wird der Schober noch im Außenbereich mittels Harken abgeharkt.Nun ist der Spreewaldschober fertig. Nur noch die Bäuerin oder der Schoberer müssen vom Schober geholt werden.Früher wurde der Bäuerin oder dem Schoberer ein Strick nach oben geworfen , dieser wurde um die Schoberstange gelegt und so konnte sich die Bäuerin oder der Schoberer von der Schoberspitze nach unten abseilen.In der Neuzeit werden Leitern an den Schober angestellt , so dass damit der Abstieg von der Schobersitze durchgeführt werden kann.


4.Abholung der Heuschober Spreewald

Überwiegend wurden die Heuschober Spreewald in den Wintermonaten heim in die Bauernwirtschaften geholt, dann , wenn die Wiesen durch den Winterstau überflutet und zugefroren waren oder auch die Fließe zugefroren waren per Schlittentransport.Oder die Heuschober wurden per Kahn im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr mit Kähnen in die Dörfer geholt. Dabei wurden oft zwei Kähne zusammen gebunden und so für den Heutransport eine größere Transportfläche geschaffen.Die Kähne wurden dann am Hafen auf Fuhrwerke ausgeladen und vom Hafen in die wirtschaften transportiert.

Filmteam beim Heuschobern

Weitere spannende Spreewaldinfos mit dem Insider Manni Kliche finden Sie bei unseren täglichen Angeboten.

Raddusch. Das Gipfelkreuz vom Schwarzen Berg

Aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronisten Manfred Kliche ( 2021)

Im Spreewald und , gibt es nur wenige Erhöhungen in der Niederungslandschaft , dazu gehören die Dubrauer Höhe mit 93 m über NN , der Neuzaucher Weinberg ( gelegen zwischen Straupitz und Neuzauche ) mit 88 m über NN und dann folgt schon der Schwarze Berg von Raddusch mit 65 Metern über NN.

Raddusch Gipfelkreuz setzen
Handwerker am Kreuz

Raddusch im „Gebirge“

Der Ort Raddusch selbst breitet sich unmittelbar am Rand des Baruther Urstromtals auf einer etwa 55 bis 60 m hoch gelegenen Grundmoränenplatte aus.

Nordwestlich des Ortes erhebt sich der etwa 700 m lange und 500 m breite Bergrücken , der Schwarze Berg . Er tritt sehr stark hervor , fällt stark nach Norden zur Spreewaldniederung von 65 m auf 51 m ab. Vom Berg kann man einen weiten Blick in die Spreewaldlandschaft genießen. Der Bergrücken ist Rest einer Endmoräne aus dem Warthestadium.

Manni Kliche Ortschronist Raddusch

Nutzen der Natur

In einem Teil des Bergrückens wurde Sand für den Deichbau , später für die Kraftwerke Lübbenau und Vetschau abgebaut. Bei den Abbaggerungsarbeiten wurden im schneeweißen Sand zahlreiche historische Funde ausgegraben , so unter anderem mittelsteinzeitliche

Feuersteinklingen , Spitzen ,Schaber ,Spalter und Pfeilspitzen , sowie ein Gefäß der jungsteinzeitlichen Kugelamphorenkultur belegt.

Aus der jüngeren Bronzezeit stammen bei der ehemaligen Ziegelei nahe der heutigen Autobahn und auf dem Schwarzen Berg angelegte Flachgräberfelder. Auf dem Schwarzen Berg bestand darüber hinaus während dieser Zeit eine Siedlung , deren Herdstellen untersucht wurden. Von dort stammt ein Depot von 66 Urnengefäßen , die sich in einer Grube befanden und eine weitere Bestätigung für eine frühzeitlichen Siedlung auf dem heutigen Radduschergebiet zeugen .

Auf der Abbaggerungsseite der Berges nisteten bis in die 1960 iger Jahre viele Uferschwalben , die aber durch den ständigen Abbau verschunden sind. Der flachere Südhang wurde als Ackerland durch die Landwirtschaft genutzt.

Zu Mauerzeiten

Zu DDR-Zeiten gab es Pläne im Teil des Abbaggerungsgebietes eine Badeanstalt zu errichten , auf dem Berg sollte eine Aussichtsturm aus Holz errichtet werden und ein Zeltplatz entstehen. Alles Pläne , die wegen Geld-und Materialmangel nicht verwirklicht werden konnten.Im Ausbaggerungsgebiet wurde zwischen den 60iger bis 1970iger Jahren eine Müllkippe eingerichtet , die später zugeschoben wurde .

Raddusch Gipfelkreuz und Besucher
Gipfelkreuz mit Besuchern

Waldkindergarten & Gipfelkreuz

Nach der politischen Wende wurde ein Waldkindergarten auf dem Schwarzen Berg eingerichtet , der von der Radduscher KITA intensiv genutzt und ständig weiter ausgestaltet wird. Im Jahr 2012 richtete der Radduscher Tourismusverein den „historischen Rundweg „ ein , der hauptsächlich für die Urlauber und Touristen genutzt werden soll.

Der Schwarze Berg ist dabei eine von den 20 Stationen dieses Rundweges. Dabei gibt es auch eine Besonderheit. Zum Schwarzen Berg gibt es auch eine Sage , die vom Streit zwischen einem Riesen und einem Schneider erzählt , dabei geht es darum ,wer wohl mehr Sand in den Stiefeln hätte.

Zu dieser Sage wurde in der Nähe des Waldkindergartens eine große Tafel mit der Sagengeschichte aufgestellt.

Schweizer in Raddusch

Seit meheren Jahren kommen jährlich Touristen , vorallem aus der Schweiz mit dem Schweizer Reiseunternehmen Twerenbold nach Raddusch. Zu ihrem Aufenthalt gehört neben der traditionellen Kahnfahrt auch die Wanderung auf dem historischen Rundweg.

Die Besteigung des Berges durch die Schweizer löst dabei immer wieder viel Spaß und Freude aus, da die Schweizer natürlich andere Höhen gewöhnt sind. Bei fast jedem Besuch der Schweizer Gäste wurde aus Spaß nach dem „Gipfelkreuz und dem Gipfelbuch „ gefragt.

Dies nahm das Schweizerreiseunternehmen zum Anlass und übergab bei der Besteigung des Berges im Jahr 2017 dem Radduscher Ortschronisten eine wetterfeste Kassette mit dem Gipfelbuch. Diese sollte er dem Tourismusverein übergeben ,mit der Bitte das dieser hier auf dem Berggipfel ein Gipfelkreuz errichten sollte. Der Tourismusverein konnte den einheimischen Schmiedemeister Bernd Klinkmüller für diese Aufgabe gewinnen.

2020 begann Bernd Klinkmüller das künftige Gipfelkreuz anzufertigen. In mühevoller Arbeit hat er das Gipfelkreuz angefertigt und dabei seine Arbeitsleistung und das Material gesponsort. Der Radduscher Landwirt Fritz Buchan hat dazu als Eigentümer die entsprechende Fläche zum Aufstellen des Gipfelkreuzes zur Verfügung gestellt. Der Unternehmer Matthias Mutschke, „ Gasthaus zum Slawen „ stellte kostenlos den benötigten Beton zur Verfügung und die Firma „ Richter Werbung „ wird eine Tafel zur Geschichte des Berges kostenlos anfertigen .

Nun im Jahr 2021 ist es soweit . Das Gipelkreuz ist auf dem Schwarzen Berg durch den Vorsitzenden des Tourismusvereins Frank Zeugner , Matthias Mutschke und Peter Schapp vom Ortsbeirat aufgestellt worden. Frank Zeugner ist weiter aktiv um das Gipfelkreuz noch attraktiver zu gestalten ,sollen weitere Feldsteine und Findlinge um das Kreuz gelegt und ein Gipfelbuch beschafft und angebracht werden.

Mit dem Gipfelkreuz erfährt der „historische Rundweg „ in Raddusch eine weitere Bereicherung. Also nutzen sie den nächsten Aufenthalt in Raddusch und besuchen sie den Gipfel des Schwarzen Berges , dann können sie sich selbst vom Gipfelkreuz überzeugen ! Erleben Sie den Ort Raddusch auf unseren Wanderungen mit Manni Kliche – Infos unter Tägliche Pauschalen.

Quellen : Die Ortschronik von Raddusch von Manfred Kliche

Burger und Lübbenauer Spreewald , Seite 168/169

Akademie- Verlag Berlin 1981

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Bräuche Spreewald

Aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronist Manni Kliche (Spreewald Insider)

Bräuche Spreewald – Eierverzieren

Bräuche werden im Spreewald noch immer gehegt und gepflegt, auch natürlich zum Osterfest. Einige werden euch hier vorgestellt.

Aus alten Zeiten ist bekannt, dass frische Eier nicht gut die Farbe annehmen. Die Eier sollten daher mindestens 10 Tage alt sein. Man ist auch der Auffassung, dass sich Eier mit gelblicher Schale besser eignen als die mit einer weißen Schale.

Es gibt verschiedene Techniken zur Ostereierverzierung , eine davon ist die Wachstechnik .,

Vor dem “ Malen “ wird jedes Ei sauber gewaschen und darauf gut angewärmt , weil die Schale erst dann das Wachs richtig annimmt.

In einem alten Löffel wird infolge Erwärmung durch ein darunter stehendes Talklicht möglichst reines Bienenwachs ( direkt vom Imker ) dauernd flüssig gehalten. Bei sonst gekauften Bienenwachs ist fast immer Stearin zugesetzt , dadurch schmilzt das Wachs beim kochen zu schnell und die Zeichnung verliert ihre klare , hellgelbe Farbe.

Mittels Stecknadel mit Kuppe ,die mit ihrer Spitze auf ein Holzstöckchen gedrückt ist , wird das flüssige Wachs auf die Schale des Eies übertragen ,wo es bald erhärtet.

Die Nadel mit dem Stöckchen wird so gefasst , dass die vier Finger das Stöckchen umschließen und mit ihnen das Zeichnen der Eier erfolgt , während der Daumen in diesem Augenblick die zeichnenden anderen Finger auf dem Ei stützt. Mit der Stecknadelkuppe können aber nur Striche und Punkte gezeichnet werden. Nun kann man auch verschiedene Muster zeichnen , dazu benutzt man Hühnerfedern .

Man reißt die Feder zu beiden Seiten genau von unten bis auf etwa 1/ 5 ab und schneidet dann das Federkiel zu einer kleinem kleinen Dreieck . Dieses kleine Federstück wird in das Wachs getaucht und dann auf die Eierschale gedrückt. Auch auf diese Weise können verschiedene Muster auf die Eierschale aufgebracht werden.

Während die Eier gezeichnet werden lässt man die Zwiebelschalen — je mehr Schalen — , um so schöner wird der Farbton — kochen.

In der kalt gewordenen Zwiebellauge müssen die mit Wachs gezeichneten Eier liegen.

Danach werden die Eier in der Lauge solange gekocht , bis sie gut sind , d.h. , das Wachs sich gelöst hat und die Zeichnung eine schöne , gelbe Farbe zeigt. Danach werden sie , solange sie noch warm sind , mit einer Speckschwarte abgerieben. Und fertig sind die Ostereier !

Ostereier Bräuche Spreewald
Kunst des Eierverzierens

Das Ostersingen

Früher war es in Raddusch uns in anderen Orten üblich , dass in der Nacht von Sonnabend zu Ostersonntag das “ Ostersingen” statt fand.

Meist traf man sich in der Nähe der letzten Spinnstube . In der Spinnstube hatten die Mädchen ja die Passionslieder eingeübt. Dann ging es singend auf einer vorher abgesprochenen Route durchs Dorf. Als Dank erhielten sie von den Bewohnern Kuchen , Getränke und manchmal auch etwas Geld. Das “ Sangeskleingeld “ wurde dann spät in der Nacht im Wirtshaus verzecht.

In Raddusch wird dieser Brauch seit 1958 nicht mehr gepflegt , nur in Burg erfolgt das Ostersingen noch.

Bräuche Spreewald Ostersingen
Ostersingen Raddusch

Bräuche Spreewald – Osterwasser holen

Dieser Brauch wird in der Nacht ( bis zum Sonnenaufgang) zum Ostersonntag von den Mädchen durchgeführt.

Die Mädchen schöpfen mit einem Krug ( früher Tonkrüge ) Wasser aus einem fließenden Gewässer. In Raddusch waren dies zwei Quellen in der Nähe des Schwarzen Berges. Der Brauch knüpft an den Glauben des Reinheit und Gesundheit fördernden Wassers .

Die Mädchen durften während des Wasserholens also auf dem Rückweg kein Wort reden, sonst wäre die Wirksamkeit des Wassers verloren und sie hätten dann nur noch “ Plapperwasser “ .

Natürlich nutzten die Burschen diese Zeit um die Mädchen zu erschrecken. Mit dem geholten Osterwasser sollte man sich waschen , es sollte Schönheit und Frische sowie Gesundheit für neue Jahr bringen und Krankheiten vorbeugen.

In manchen Fällen hat man damit auch das Vieh besprengt , weil man glaubte , das dass Osterwasser Krankheiten vom Vieh fernhält.

Bräuche Spreewald Osterwasser holen
Mädels beim Wasser holen

Bräuche Spreewald – Das Osterfeuer

Mit dem Osterfeuer verbindet man die Kraft der Sonne und des nahenden Sommers. Man verbindet mit dem Feuer den Glauben an die reinigende Kraft des Feuers , es soll das Alte , Überlebte , beseitigt werden.

Zum Osterfeuer werden vor allem Reisig, und andere Holzabfälle gesammelt und zu einem bestimmten Platz gebracht und zu einem großen Klafter aufgeschüttet, bevor es um Mitternacht zu Ostersonntag entzündet wird.

In letzter Zeit werden die Osterfeuerstellen von den Jungen bewacht , da es von Jugendlichen anderer Orte versucht wird vorzeitig zu entzünden. Sollte dies passiert sein , ist der Spott groß !

Nicht selten wird dieser Brauch von Lärm und Ausgelassenheit , begleitet. Gerechtfertigt wird der Lärm und die Ausgelassenheit damit , dass dadurch die Dämonen verjagt werden sollen .

Früher wurde dann auch noch Schabernack betrieben . So wurden Türen und Tore ausgehangen und zum Dorfanger getragen. Die Besitzer mussten diese dann am Ostersonntag wieder nach Hause holen.

Der Brauch des Osterfeuerbrennens wird heute in fast jedem Ort unserer Region gepflegt.

Spaß für alle – Walleien

Ein Osterbrauch , der heute nur noch vereinzelt , meist zu großen Festen zu Ostern durchgeführt wird.

Auch das Walleien ist ein Fruchtbarkeitsbrauch. Die Ostereier werden von einem kleinen Berg in eine schräglaufende Grube gerollt , mit dem Wunsch , dass die Frucht gedeiht und viele große Früchte bringe.

Heute ist das Walleien ein beliebtes Kinderspiel zu Ostern. Denn das Ei , welches beim herunterrollen ein anderes in der Grube befindliches Ei trifft, gehört dem , der das Ei geschoben hat. Danke Manni!!!

Unsere Ostertipps: Entdeckertour Burg/Spreewald /Laserschiessen

Geschichte, Infos, Spreewald, Traditionen

Osterfest im Spreewald

Eier, Eier nochmal Eier

Eine Zeitreise geschrieben und erzählt vom Radduscher Ortschronist Manfred Kliche.

Osterfest Spreewald – Wendisch Jatsy

Das Osterfest (Spreewald) ist eines der ältesten christlichen Jahresfeste.Auch für die evangelischen Wenden in Raddusch war es das Frühlingsfest , der Übergang vonm Winter zur warmen Jahreszeit. Am Grünen Donnerstag , so sagte es der Volksglaube,sollte der Bauer die Ausaat beginnen . Dies erfolgte frührer mit einer Besonderheit : Der Bauer erhielt von seiner Frau gekochte Eier mit, die er auf dem Acker verzehren musste . Die Eierschalen vergrub er dabei mit der Saat , sie sollten für Fruchtbarkeit sorgen. Am Karfreitag durfte nicht gearbeitet werden. Er wurde als großer Feiertag begangen.Die gesamte Familie besuchte die Kirche. Es war eigentlich auch der Tag , an dem die Ostereier bemalt wurden, die am Ostersonntag die Patenkinder und die eigenen Kinder erhielten.Das Ei galt als Symbol für Wachstum und Fruchtbarkeit also der Vegetations- und Lebenskraft.Die reichen Bauern schenkten die Eier auch den Knechten und Mägden , dem Pfarrer und dem Dorfschullehrer.

Osterfest Spreewald – Von Paten & Geschenken

An den Ostertagen besuchten besuchen die Kinder ihre Paten. Jeder Pate ist verpflichtet , alljährlich seinen Patenkindern Geschenke zu machen.Nach altem Brauch sind jeweils drei Ostereier und je nach Vermögen noch Geld –oder Sachgeschenke zu machen.Das letzte Mal bedankt sich das Patenkind mit einem Sprüchlein. Im folgenden Jahr ist dann der Pate verpflichtet noch einmal ein Geschenk zu machen , diesmal aber muss er mit seinem Geschenk zum Patenkind kommen.Dann wird von den Eltern des Patenkindes eine Kaffeetafel gerichtet ,manchmal wird auch Wein und Schnaps getrunken.

Osterfest Spreewald – Das Eierverzieren

Aus alten Zeiten ist bekannt, dass frische Eier nicht gut die Farbe annehmen. Die Eier sollen mindestens 10 Tage alt sein .Man ist auch der Auffassung, dass sich die Eier mit gelblicher Schale besser eignen als die mit einer weißen Schale. Vor dem „Malen „ wird jedes Ei sauber gewaschen und darauf gut angewärmt , weil die Schale erst dann das Wachs richtig annimmt. In einem alten Löffel wird infolge Erwärmung durch ein darunterstehendes Talglicht möglichst reines Bienenwachs ( direkt vom Imker ) dauernd flüssig gehalten . Bei sonst gekauften Bienenwachs ist fast stets Stearin zugesetzt , dadurch schmilzt das Wachs beim Koch en zu schnell und die Zeichnung verliert ihre klare, hellgelbe Farbe. Mittels einer Stecknadel , die mit ihrer Spitze auf ein Holzstöckchen gedrückt bist , wird das flüssige Wachs auf die Schale des Eies übertragen , wo es bald erhärtet.

Gewöhnliche Stecknadeln eignen sich hierzu gar nicht, es müssen Stecknadeln sein , die eine recht große ,starke Kuppe haben.Die Nadel mit dem Stock wird so gefasst ,dass die vier Finger das Stöckchen umschließen und mit ihnen das Zeichnen der Eier erfolgt, während der Daumen in diesem Augenblick die zeichnenden anderen Finger auf dem Ei stützt.Mit der Stecknadelkuppe können aber nur Striche und Punkte gezeichnet werden .Nun kann man auch ein kleines , dreieckiges , flächiges Muster zeichnen ; dazu benutzt man eine Hühnerfeder , und zwar folgendermaßen:Man reißt die Feder zu beiden Seiten genau von unten bis auf etwa 1/5 ab und schneidet dann von der Spitze aus noch soviel ab , dass der Federkiel jetzt oben nur ein kleines Dreieck trägt. Dieses kleine Federstück wird in das Wachs getaucht und dann auf die Eierschale gedrückt. Auch auf diese Weise können die verschiedensten Muster auf die Eierschale aufgebracht werden.

Während die Eier gezeichnet werden , lässt man die Zwiebelschalen —- je mehr Schalen , um so schöner wird der Farbton — kochen. Früher nahm man dazu lieber klares , fließendes Wasser aus dem Fließ oder Graben ; es soll besser als Leitungswasser sein.In der kalt gewordenen Zwiebellauge müssen die mit Wachs gezeichneten Eier über Nacht liegen und erst am Morgen werden sie darin solange gekocht , bis sie gut sind , d. h. , das Wachs sich gelöst hat und die Zeichnung eine schöne , gelbe Farbe zeigt . Dann werden sie noch, solange sie warm sind , mit einer Speckschwarte abgerieben.Die verschiedenen Zeichnungen ( Sterne, Ranken usw.) haben keine eigene Bedeutung bzw. Bezeichnung. Jeder „malt“ die Eier nach seinem Geschmack.Sie sind um so schöner , je regelmäßiger die Zeichnungen ausfallen und je genauer der Zwischenraum dabei ist.Die Hersteller waren dann richtig froh und glücklich , wenn sie merkten ,dass ihre mit viel Liebe und Mühe selbst gemalten Ostereier den Beschenkten , vor allem den Kindern , viel Freude bereiteten .

(Aufgeschrieben von Manfred Kliche aus Raddusch nach der Beschreibung von Johanna Homfeldt , geb. Beesk im Jahr 2000 )

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Spreewald Trachten


Die Radduscher Tracht

Eine Zeitreise geschrieben und erzählt vom Radduscher Ortschronist Manfred Kliche.

Geschichte der Trachten

Seit Jahrhunderten werden im Spreewald von den wendischen Frauen farbenfrohe Spreewald Trachten getragen. Jedes Kirchspiel im Spreewald hatte seine eigene Tracht, die oft von den Trägerinnen selbst oder von Trachtenschneidern und -schneiderinnen angefertigt wurde.

Auch die Männer hatten zu früheren Zeiten, so noch um 1850, eine eigene Tracht. Zu dieser Männertracht gehörte ein leinenes Hemd und weiße Leinenhosen, die durch bunte, handbestickte Hosenträger festgehalten wurden. Um den Hals trug man ein farbiges oder schwarzes Tuch, das vorn zu einer Schleife gebunden war, deren Enden unbedingt abstehen mussten. Den Oberkörper umschloss eine mehrfarbige oder auch eine schwarze Weste, deren Vorderteil oftmals in reiner Seide ausgeführt sein konnte. Ein Leinenmantel in weißer oder auch blauer Farbe diente als Schutz bei kühler Witterung. Im Winter wurde noch zusätzlich ein rotes Tuch eingenäht, um die Wärmespeicherung des Kleidungsstücks zu erhöhen. Den Kopf bedeckte eine Zipfelmütze aus Samt, deren Rand mit einem breiten Lammfellstreifen versehen war. Die Füße steckten in derben Lederstiefeln oder Holzpantoffeln. So bot auch die Männertracht ein durchaus farbenprächtiges Bild.

2 Damen in Trachten

Spreewald Trachten -Geschlechtervielfalt

Nach 1850 vollzog sich ein großer Wandel. Die Männer trugen jetzt meist schwarze Hosen und schwarze Westen beziehungsweise auch den schwarzen Gehrock, auf dem Kopf schwarze Hüte oder den Zylinder.Bei den wendischen Frauentrachten gab es eine andere Entwicklung. Die Frau war in früheren Zeiten sehr stark an Haus und Hof gebunden und meist in der bäuerlichen Wirtschaft tätig. In Raddusch wie auch in den anderen Spreewalddörfern gab es drei Trachtenarten: Die Sonntags- beziehungsweise Festtagstracht, die Kirchgangstracht und die Alltags- oder Arbeitstracht. Anhand der Tracht konnte man das Kirchspiel oder das Dorf erkennen, aus dem die Trägerin kam. Auch konnte man vor allem an der Festtagstracht erkennen, über welche finanziellen Mittel die Trägerin verfügte.

Dame mit alter Tracht

Spreewald Trachten – Raddusch

In Raddusch waren bis zum Ersten Weltkrieg sehr wohlhabende Bauern ansässig, und deshalb beanspruchten die Frauen in ihrer Tracht etwas Besonderes. Man wollte sich so von den etwas ärmeren Nachbarn unterscheiden und durch möglichst viel Luxus in der Tracht auf sich aufmerksam machen. Zeitweilig wurden sogar zwei Schürzen über den Rock gebunden. Die Stoffe, Seide, Bänder und Spitzen bezogen die Bauern für ihre Frauen von der Firma Herzog, einem königlich-kaiserlichen Hoflieferanten in Berlin.

Spreewald Trachten – Der besondere Gürtel

Die Taille umschloss ein kunstvoller Gürtel. Dieser Gürtel mit Schnalle wurde nur von Radduscher Frauen getragen. Er bestand aus starkem Linnen mit eingearbeitetem Verschluss. Er wurde meist in Berlin gekauft und „nachbearbeitet“. Je reicher die Trägerin, desto mehr Perlen und kunstvolle Stickereien kamen darauf. In den 1930er Jahren kamen diese Gürtel aus der Mode. Es wurden dann auch in Raddusch Schleifenbänder getragen, die aber in sehr dezenten Pastellfarben gehalten wurden. Hinten auf dem Rock wurde eine schöne lange Schärpe befestigt. Das geblümte Seidenband als Saum zeigte in Raddusch bei der Festtagstracht die ansehnliche Breite von 20 Zentimetern. Die Röcke selbst waren aus Plüsch, Samt, blumigem Atlas, schwarzer, schwerer, glatter Seide und feinem Tuch hergestellt. Unterhalb des breiten Saumes wiesen die Röcke als Abschluss noch einen ein Zentimeter breiten Saum aus gelber oder weißer Spitze auf.

Die Radduscher Haube gehörte neben denen aus Werben und Burg zu den größten Hauben im Spreewald. Sie bestand aus drei Teilen, war bunt gewirkt, bedruckt oder mit schönen Mustern aufwendig bestickt. Steifes Papier oder Gaze, durch viele Stecknadeln zusammengehalten, gaben ihr die gewünschte Form.

Zur Tracht gab es keinen Mantel oder Überwurf. In der kalten Jahreszeit trugen die Frauen eine „Polka“. Das war eine gefütterte taillierte schwarze Jacke mit Schoß.

Spreewald Trachten und Kirche

Die Kirchgangstracht wurde früher besonders zu Gottesdiensten, Beerdigungen oder zu besonderen Anlässen wie in der Passions- und Adventszeit, zu Neujahr, zu Karfreitag, zu Ostern, zu Himmelfahrt, zum Buß- und Bettag, zu Totensonntag, zu Taufen und zu Hochzeiten getragen.

Unterschiede gab es bei älteren Frauen, sie trugen meist grüne oder braune Röcke, auf denen das darauf befindliche Seidenband mit schwarzer Spitze eingefasst war. Die Schürzen wurden in gedämpften Farben gehalten und meist mit schwarzen Spitzen umsäumt. Zur Kirchgangstracht wurde ebenfalls eine schwarze Polka getragen.

Festliche Trachten 2 Damen

Spreewald Trachten im Alltag

Die Alltags- oder Arbeitstracht war schlicht, einfach und praktisch für die Arbeit auf dem Feld und für die Hof- und Hausarbeit ausgerichtet. Meist war die Tracht in dunklen Farben oder im Blaudruck gehalten. Bis 1900 trug man besonders bei der Wiesenarbeit noch ein weißes Kittelchen, ein Schultertuch und eine Leinwandschürze, die oft bedruckt waren. Bei sehr heißem Wetter trugen die Frauen ein Sonnenschutztuch, dass mit einem Samtband festgesteckt war.

Spreewald Trachten – Feste & Hochzeiten

Besonders festlich war die Kleidung der Braut und der Brautjungfern. Den Kopf bedeckte eine weiße Mütze, auf der bei der Braut eine Art Myrtenkranz aufgesteckt war. Die Brautjungfern hatten zahlreiche Blüten- und Grasverzierungen als Schmuck auf ihrer Mütze. Der Kopfputz wurde in beiden Fällen durch einen sehr großen, am Hals gekräuselten „Mühlsteinkragen“ abgeschlossen.

Wie begehrt die Radduscher Tracht war, zeigt folgendes Beispiel: In Raddusch gab es früher viele Schneider, sie waren auch perfekte Trachtenschneider. Einer der bekanntesten war Wilhelm Klauk. Er war ein gefragter Mann in seinem Fach. In den Jahren nach 1848 wanderten viele Wenden nach Amerika aus. Viele gingen nach Texas. Dort bildete sich bald eine wendische Kolonie. Die wendischen Familien wollten hier auch ihre wendischen Traditionen fortführen. Deshalb bestellten sie bei Wilhelm Klauk wendische Trachten, die er dann nach Amerika lieferte.

Susann Beesk Gurkenkönigin

Alte Traditionen verschwinden

Durch die Industrialisierung und die Einflussnahme der modernen Mode sowie durch die immer mehr fortschreitende Eindeutschung begann das Tragen der Trachten nach 1870 allmählich zu schwinden. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Tragen der Tracht als alltägliche Bekleidung bei den Mädchen und Frauen, auch bei den Schulkindern noch allgemein üblich, danach wurde es immer weniger.

Bis Anfang der 1970er Jahre gab es in Raddusch nur noch einige ältere Frauen, die täglich ihre Tracht trugen. Seither wird die Tracht heute nur noch zu besonderen Festen getragen, wie zum Beispiel zur Fastnacht, zum Hafenfest oder zum Scheunenfest.

Der 2001 gegründete Radduscher Heimat- und Trachtenverein hat sich der Pflege des wendischen Brauchtums und der Erhaltung seiner Trachten verschrieben. Seit 2011 führt der Heimat- und Trachtenverein wieder Trachtenumzüge durch, an denen sich jährlich bis zu 40 Paare beteiligen.

Die Frauen streben an, wieder die originale Radduscher Tracht aus dem 19. Jahrhundert mit der Besonderheit, dem Leibgürtel, zu zeigen. Wer die farbenprächtigen Radduscher Trachten bewundern möchte, ist gern zu den traditionellen Festen im Ort eingeladen.

Buschmühle Raddusch

Radduscher Führung

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Schilfrohr & Sänger

Der RadduscheOrtschronist Manfred Kliche ist das wandelnde Spreewaldlexikon. Seit ca. 50 Jahren begleitet er mit seinen Recherchen viele Blogs, Zeitungen, Journale und auch Fernsehsendungen. Er ist nun hauptberuflich Rentner, liebevoller Opa, jedermanns Freund und die gute Seele im Spreewald. Wir sind sehr froh, dass er in unserem Team ist.

Die große Kunst von Manni ist es, die Menschen in seinen Bann zu ziehen. Er lässt sie den Spreewald atmen, fühlen und einfach unterhaltsam verstehen. Hier berichtet er von der  Schilfrohrernte im Spreewald – Vergessenes Spreewald Handwerk. Lesenswert in jedem Fall.

Spreewald Handwerk – Ernten und Verarbeiten

Das Bergen von Schilfrohr war die erste Ernte im neuen Jahr. In Raddusch wurden dafür besondere Flächen genutzt. Es waren die damaligen „Rohrwiesen“ ,sie liegen links vom Weg von Raddusch zur Radduscher Buschmühle und dem Seesauer Fließ und der unteren Radduscher Grobbla. Vor der Eindeichung des Südpolders ( 1934 -1938 ) durch den Reichsarbeitsdienst waren diese Flächen fast ganzjährig unter Wasser stehend. Das bewirkte den Wuchs des Schilfrohres besonders. Moore und Sümpfe sowie ständig feuchte Flächen sind die idealen Wachstumsbedingungen für das Schilfrohr. Geerntet wurde das Schilfrohr meist von November bis März , dann wenn die Wiesenflächen zu gefroren waren.

Schilfrohrfelder Spreewald Handwerk
Schilfrohr im Spreewald

Spreewald Handwerk – Ernte & Nutzung

Einst mit Sichel , später mit Sensen wurde das Schilf gemäht , aufgenommen und zu runden Bunden zusammengebunden. Die Rohrbunde wurden dann mit Schlitten zum Bauerngehöft gefahren und bis in den Sommer getrocknet. Später wurden die Rohrbunde sortiert , die besten Rohrstengel wurden für die Dacheindeckung aussortiert, die schlechteren Rohrstengel sind für andere Verarbeitungen (z.B. Isolierungen ) genutzt worden. Die Menschen , die hier im Spreewald sesshaft waren und hier ihre Hütten bzw. Häuser bauten nutzten das geerntete Schilfrohr für die Dacheindeckung , aber auch für die Isolierung der Wände und Decken . So wurde Schilfrohr mit Lehm vermischt und zum Verfugen der Wände und Decken als Wärmeisolierung genutzt. Schilfrohr bot sich aufgrund seiner langen Haltbarkeit , seiner relativ schweren Entflammbarkeit und der wärmehaltenden Eigenschaften als Dacheindeckung an.

Dachdecker beim Schilfrohrverlegen
Spreewald Handwerk
Dachdecker im Spreewald Schilfrohrverlegung

Spreewald Handwerk -Dachdecken mit Geschichte

Die Wohnhäuser in Raddusch waren bis 1791 überwiegend mit Schilf ( Reet) und die Wirtschaftsgebäude mit Schilf oder mit Stroh eingedeckt. Durch eine große Feuersbrunst 1791 wurde fast die Hälfte der Gebäude , die mit Schilfdach eingedeckt waren , vernichtet. 1878 sind durch eine erneute Feuersbrunst weitere Haupt-und Wirtschaftsgebäude des Dorfes vernichtet worden.

Da es seit 1794 in Raddusch eine eigene Ziegelei gab , die neben Mauernziegel auch Dachziegel herstellte ,sind die Einwohner natürlich dem neuen Baumaterial aufgeschlossen gewesen und haben die meisten Gebäude mit Dachziegeln eingedeckt. Durch die Zunahme von Ziegeleien ,die dann Dachziegel für die Dacheindeckung bereitstellten war die Ernte von Schilfrohr nicht mehr erforderlich. In Raddusch wurde noch bis 1920 in den Rohrwiesen Schilfrohr geerntet.

Wer mehr darüber und den Spreewald erfahren will und individuell geführt werden will, der bucht sich seinen Spreewälder.

Schilfrohrsänger
Schilfrohrsänger

Eine Vogelart – der Schilfrohrsänger fühlt sich besonders wohl im Schilfrohr, welches man noch vielerorts im Spreewald findet. Besonders große Populationen gibt es im Raum Lübben.

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