Windmühle Straupitz

Die Dreifachmühle-Öl,Korn und Sägen

Als sei sie die Hauptfigur in einem Märchen, steht die Holländermühle (Windmühle) in Straupitz da und klappert vor sich hin. Drinnen ächzen Zahnräder, schnurren Riemen auf ihren Rollen, schaukeln die Kästen der Kornmühle, saust der Müller im nur mit einem Seil betriebenen Bremsfahrstuhl hin und her.

Es ist mollig warm und riecht nach Leinöl. Der Duft stammt an diesem Ort nicht vom Holzfirniss, sondern aus der Leinöl-Mühle im unteren Bereich.

Korn, Öl & Holz

Daneben ruht die Sägemühle. Die denkmalgeschützte Dreifachmühle von Straupitz ist einer der Mühlenhöhepunkte in Deutschland. 350 Jahre Mühlengeschichte kann der Ort Straupitz sein Eigen nennen. Die heutige Holländermühle wurde vor knapp 200 Jahren, im Jahr 1850, anstelle einer hölzernen Bockwindmühle aus dem Jahr 1640 errichtet. Später kamen die Sägemühle (1885) und die Ölmühle (1910) hinzu. Diese drei Mühlen sind bis heute erhalten und werden wieder betrieben. Damit ist die Dreifachmühle (Windmühle) eine Seltenheit in der europäischen Mühlenlandschaft.

Zurück in alte Zeiten

Wer die Mühle betritt, fühlt sich um 100 Jahre zurückversetzt. Die Inneneinrichtung ist aus Holz, die Stufen und Dielen knarren. Wie ein Wunder erscheint es dem Besucher, dass dank der vielen Zahnräder, Riemen, Pressen und Walzen mit Windkraft oder mit E-Motoren bei Windstille aus Korn Mehl, aus Leinsamen Leinöl und aus Baumstämmen Holzbretter und Balken entstehen.
Den ganzen Ablauf zu verstehen, fällt schwer, obgleich mit vielen Hinweisschildern und einem Flyer dem Besucher Orientierung geboten wird. Doch es ist nicht der Anspruch der Betreiber, dass die Besucher jeden Arbeitsschritt bis ins Kleinste nachvollziehen können. Gäste bekommen eine Ahnung, welch schwere Arbeit der Müller hat, um den Ausgangsstoff für das Hauptnahrungsmittel Brot herzustellen. Dazu lässt sich der Besucher begeistern von der Atmosphäre. Wohl nichts funktioniert dort auf Knopfdruck. Fein eingestellte Mechaniken müssen es sein, die dieses Werk am Laufen halten.
Leinölherstellung wie vor 100 Jahren.  Am ehesten nachvollziehen lässt sich in der Straupitzer Mühle die Arbeit des Ölmüllers. Der läuft unermüdlich zwischen Quetsche, Röstpfanne und Presseisen hin und her, legt Holz nach, leert die vollgelaufenen Öl-Eimer, zerbröselt den festgequetschten Ölkuchen als Restbestandteil aus den Leinsamen. In diesem kleinen Raum erleben die Besucher, wie das Straupitzer Leinöl vor 100 Jahren hergestellt wurde und heute noch wird.

Von Flachs und Leinen

Als Flachsprodukt war und ist es eines der typischen Nahrungsmittel im Spreewald. Während die Besucher auf Entdeckungstour zwischen der um 360 Grad drehbaren Turmhaube, in die sie nur hineinlugen dürfen, und Ölmühle sind, flitzen der Müller und sieben Angestellte hin und her, damit die Anlage läuft. Denn automatisch funktioniert dies nicht.
 Mehrmals am Tag muss der Müller in die Mühlenkappe hinaufsteigen, um nachzuschmieren und um die Temperatur der Lager zu messen. Diese können sich nämlich durch die Bewegung leicht erhitzen und haben andernorts schon zu so manchem Mühlenbrand geführt. Brot aus Ölkuchenmehl Auf der Entdeckungstour durch die Mühle holt sich der Besucher den rechten Appetit, um noch mehr vom Leinöl zu probieren. Das durfte er schon beim Ölmüller kosten. Aber vielleicht hat es ihm Lust auf mehr gemacht, denn es schmeckt anders als industriell hergestelltes.
Durch das Anrösten hat das Straupitzer Öl sogar eine besonders nussige und milde Note. Im Müllerhaus gibt es ganzjährig das Spreewälder Nationalgericht „Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl“ sowie das heißbegehrte Omega3-Mühlenbrot (in der Nebensaison nur Freitag und Samstag), welches aus Mehl, Roggenschrot und eigenem Lein(öl)kuchenmehl hergestellt wird.

Öffnungszeiten: ganzjährig

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Windmühle Straupitz – Dreifachmühle
Mühlenverein – Holländerwindmühle e.V.
Laasower Str. 11a/
15913 Straupitz / Spreewald

Foto: Gerd Nowak

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