Schlagwort: Geschichte

Bräuche Spreewald

Aufgeschrieben vom Radduscher Ortschronist Manni Kliche (Spreewald Insider)

Bräuche Spreewald – Eierverzieren

Bräuche werden im Spreewald noch immer gehegt und gepflegt, auch natürlich zum Osterfest. Einige werden euch hier vorgestellt.

Aus alten Zeiten ist bekannt, dass frische Eier nicht gut die Farbe annehmen. Die Eier sollten daher mindestens 10 Tage alt sein. Man ist auch der Auffassung, dass sich Eier mit gelblicher Schale besser eignen als die mit einer weißen Schale.

Es gibt verschiedene Techniken zur Ostereierverzierung , eine davon ist die Wachstechnik .,

Vor dem “ Malen “ wird jedes Ei sauber gewaschen und darauf gut angewärmt , weil die Schale erst dann das Wachs richtig annimmt.

In einem alten Löffel wird infolge Erwärmung durch ein darunter stehendes Talklicht möglichst reines Bienenwachs ( direkt vom Imker ) dauernd flüssig gehalten. Bei sonst gekauften Bienenwachs ist fast immer Stearin zugesetzt , dadurch schmilzt das Wachs beim kochen zu schnell und die Zeichnung verliert ihre klare , hellgelbe Farbe.

Mittels Stecknadel mit Kuppe ,die mit ihrer Spitze auf ein Holzstöckchen gedrückt ist , wird das flüssige Wachs auf die Schale des Eies übertragen ,wo es bald erhärtet.

Die Nadel mit dem Stöckchen wird so gefasst , dass die vier Finger das Stöckchen umschließen und mit ihnen das Zeichnen der Eier erfolgt , während der Daumen in diesem Augenblick die zeichnenden anderen Finger auf dem Ei stützt. Mit der Stecknadelkuppe können aber nur Striche und Punkte gezeichnet werden. Nun kann man auch verschiedene Muster zeichnen , dazu benutzt man Hühnerfedern .

Man reißt die Feder zu beiden Seiten genau von unten bis auf etwa 1/ 5 ab und schneidet dann das Federkiel zu einer kleinem kleinen Dreieck . Dieses kleine Federstück wird in das Wachs getaucht und dann auf die Eierschale gedrückt. Auch auf diese Weise können verschiedene Muster auf die Eierschale aufgebracht werden.

Während die Eier gezeichnet werden lässt man die Zwiebelschalen — je mehr Schalen — , um so schöner wird der Farbton — kochen.

In der kalt gewordenen Zwiebellauge müssen die mit Wachs gezeichneten Eier liegen.

Danach werden die Eier in der Lauge solange gekocht , bis sie gut sind , d.h. , das Wachs sich gelöst hat und die Zeichnung eine schöne , gelbe Farbe zeigt. Danach werden sie , solange sie noch warm sind , mit einer Speckschwarte abgerieben. Und fertig sind die Ostereier !

Ostereier Bräuche Spreewald
Kunst des Eierverzierens

Das Ostersingen

Früher war es in Raddusch uns in anderen Orten üblich , dass in der Nacht von Sonnabend zu Ostersonntag das “ Ostersingen” statt fand.

Meist traf man sich in der Nähe der letzten Spinnstube . In der Spinnstube hatten die Mädchen ja die Passionslieder eingeübt. Dann ging es singend auf einer vorher abgesprochenen Route durchs Dorf. Als Dank erhielten sie von den Bewohnern Kuchen , Getränke und manchmal auch etwas Geld. Das “ Sangeskleingeld “ wurde dann spät in der Nacht im Wirtshaus verzecht.

In Raddusch wird dieser Brauch seit 1958 nicht mehr gepflegt , nur in Burg erfolgt das Ostersingen noch.

Bräuche Spreewald Ostersingen
Ostersingen Raddusch

Bräuche Spreewald – Osterwasser holen

Dieser Brauch wird in der Nacht ( bis zum Sonnenaufgang) zum Ostersonntag von den Mädchen durchgeführt.

Die Mädchen schöpfen mit einem Krug ( früher Tonkrüge ) Wasser aus einem fließenden Gewässer. In Raddusch waren dies zwei Quellen in der Nähe des Schwarzen Berges. Der Brauch knüpft an den Glauben des Reinheit und Gesundheit fördernden Wassers .

Die Mädchen durften während des Wasserholens also auf dem Rückweg kein Wort reden, sonst wäre die Wirksamkeit des Wassers verloren und sie hätten dann nur noch “ Plapperwasser “ .

Natürlich nutzten die Burschen diese Zeit um die Mädchen zu erschrecken. Mit dem geholten Osterwasser sollte man sich waschen , es sollte Schönheit und Frische sowie Gesundheit für neue Jahr bringen und Krankheiten vorbeugen.

In manchen Fällen hat man damit auch das Vieh besprengt , weil man glaubte , das dass Osterwasser Krankheiten vom Vieh fernhält.

Bräuche Spreewald Osterwasser holen
Mädels beim Wasser holen

Bräuche Spreewald – Das Osterfeuer

Mit dem Osterfeuer verbindet man die Kraft der Sonne und des nahenden Sommers. Man verbindet mit dem Feuer den Glauben an die reinigende Kraft des Feuers , es soll das Alte , Überlebte , beseitigt werden.

Zum Osterfeuer werden vor allem Reisig, und andere Holzabfälle gesammelt und zu einem bestimmten Platz gebracht und zu einem großen Klafter aufgeschüttet, bevor es um Mitternacht zu Ostersonntag entzündet wird.

In letzter Zeit werden die Osterfeuerstellen von den Jungen bewacht , da es von Jugendlichen anderer Orte versucht wird vorzeitig zu entzünden. Sollte dies passiert sein , ist der Spott groß !

Nicht selten wird dieser Brauch von Lärm und Ausgelassenheit , begleitet. Gerechtfertigt wird der Lärm und die Ausgelassenheit damit , dass dadurch die Dämonen verjagt werden sollen .

Früher wurde dann auch noch Schabernack betrieben . So wurden Türen und Tore ausgehangen und zum Dorfanger getragen. Die Besitzer mussten diese dann am Ostersonntag wieder nach Hause holen.

Der Brauch des Osterfeuerbrennens wird heute in fast jedem Ort unserer Region gepflegt.

Spaß für alle – Walleien

Ein Osterbrauch , der heute nur noch vereinzelt , meist zu großen Festen zu Ostern durchgeführt wird.

Auch das Walleien ist ein Fruchtbarkeitsbrauch. Die Ostereier werden von einem kleinen Berg in eine schräglaufende Grube gerollt , mit dem Wunsch , dass die Frucht gedeiht und viele große Früchte bringe.

Heute ist das Walleien ein beliebtes Kinderspiel zu Ostern. Denn das Ei , welches beim herunterrollen ein anderes in der Grube befindliches Ei trifft, gehört dem , der das Ei geschoben hat. Danke Manni!!!

Unsere Ostertipps: Entdeckertour Burg/Spreewald /Laserschiessen

Geschichte, Infos, Spreewald, Traditionen

Osterfest im Spreewald

Eier, Eier nochmal Eier

Eine Zeitreise geschrieben und erzählt vom Radduscher Ortschronist Manfred Kliche.

Osterfest Spreewald – Wendisch Jatsy

Das Osterfest (Spreewald) ist eines der ältesten christlichen Jahresfeste.Auch für die evangelischen Wenden in Raddusch war es das Frühlingsfest , der Übergang vonm Winter zur warmen Jahreszeit. Am Grünen Donnerstag , so sagte es der Volksglaube,sollte der Bauer die Ausaat beginnen . Dies erfolgte frührer mit einer Besonderheit : Der Bauer erhielt von seiner Frau gekochte Eier mit, die er auf dem Acker verzehren musste . Die Eierschalen vergrub er dabei mit der Saat , sie sollten für Fruchtbarkeit sorgen. Am Karfreitag durfte nicht gearbeitet werden. Er wurde als großer Feiertag begangen.Die gesamte Familie besuchte die Kirche. Es war eigentlich auch der Tag , an dem die Ostereier bemalt wurden, die am Ostersonntag die Patenkinder und die eigenen Kinder erhielten.Das Ei galt als Symbol für Wachstum und Fruchtbarkeit also der Vegetations- und Lebenskraft.Die reichen Bauern schenkten die Eier auch den Knechten und Mägden , dem Pfarrer und dem Dorfschullehrer.

Osterfest Spreewald – Von Paten & Geschenken

An den Ostertagen besuchten besuchen die Kinder ihre Paten. Jeder Pate ist verpflichtet , alljährlich seinen Patenkindern Geschenke zu machen.Nach altem Brauch sind jeweils drei Ostereier und je nach Vermögen noch Geld –oder Sachgeschenke zu machen.Das letzte Mal bedankt sich das Patenkind mit einem Sprüchlein. Im folgenden Jahr ist dann der Pate verpflichtet noch einmal ein Geschenk zu machen , diesmal aber muss er mit seinem Geschenk zum Patenkind kommen.Dann wird von den Eltern des Patenkindes eine Kaffeetafel gerichtet ,manchmal wird auch Wein und Schnaps getrunken.

Osterfest Spreewald – Das Eierverzieren

Aus alten Zeiten ist bekannt, dass frische Eier nicht gut die Farbe annehmen. Die Eier sollen mindestens 10 Tage alt sein .Man ist auch der Auffassung, dass sich die Eier mit gelblicher Schale besser eignen als die mit einer weißen Schale. Vor dem „Malen „ wird jedes Ei sauber gewaschen und darauf gut angewärmt , weil die Schale erst dann das Wachs richtig annimmt. In einem alten Löffel wird infolge Erwärmung durch ein darunterstehendes Talglicht möglichst reines Bienenwachs ( direkt vom Imker ) dauernd flüssig gehalten . Bei sonst gekauften Bienenwachs ist fast stets Stearin zugesetzt , dadurch schmilzt das Wachs beim Koch en zu schnell und die Zeichnung verliert ihre klare, hellgelbe Farbe. Mittels einer Stecknadel , die mit ihrer Spitze auf ein Holzstöckchen gedrückt bist , wird das flüssige Wachs auf die Schale des Eies übertragen , wo es bald erhärtet.

Gewöhnliche Stecknadeln eignen sich hierzu gar nicht, es müssen Stecknadeln sein , die eine recht große ,starke Kuppe haben.Die Nadel mit dem Stock wird so gefasst ,dass die vier Finger das Stöckchen umschließen und mit ihnen das Zeichnen der Eier erfolgt, während der Daumen in diesem Augenblick die zeichnenden anderen Finger auf dem Ei stützt.Mit der Stecknadelkuppe können aber nur Striche und Punkte gezeichnet werden .Nun kann man auch ein kleines , dreieckiges , flächiges Muster zeichnen ; dazu benutzt man eine Hühnerfeder , und zwar folgendermaßen:Man reißt die Feder zu beiden Seiten genau von unten bis auf etwa 1/5 ab und schneidet dann von der Spitze aus noch soviel ab , dass der Federkiel jetzt oben nur ein kleines Dreieck trägt. Dieses kleine Federstück wird in das Wachs getaucht und dann auf die Eierschale gedrückt. Auch auf diese Weise können die verschiedensten Muster auf die Eierschale aufgebracht werden.

Während die Eier gezeichnet werden , lässt man die Zwiebelschalen —- je mehr Schalen , um so schöner wird der Farbton — kochen. Früher nahm man dazu lieber klares , fließendes Wasser aus dem Fließ oder Graben ; es soll besser als Leitungswasser sein.In der kalt gewordenen Zwiebellauge müssen die mit Wachs gezeichneten Eier über Nacht liegen und erst am Morgen werden sie darin solange gekocht , bis sie gut sind , d. h. , das Wachs sich gelöst hat und die Zeichnung eine schöne , gelbe Farbe zeigt . Dann werden sie noch, solange sie warm sind , mit einer Speckschwarte abgerieben.Die verschiedenen Zeichnungen ( Sterne, Ranken usw.) haben keine eigene Bedeutung bzw. Bezeichnung. Jeder „malt“ die Eier nach seinem Geschmack.Sie sind um so schöner , je regelmäßiger die Zeichnungen ausfallen und je genauer der Zwischenraum dabei ist.Die Hersteller waren dann richtig froh und glücklich , wenn sie merkten ,dass ihre mit viel Liebe und Mühe selbst gemalten Ostereier den Beschenkten , vor allem den Kindern , viel Freude bereiteten .

(Aufgeschrieben von Manfred Kliche aus Raddusch nach der Beschreibung von Johanna Homfeldt , geb. Beesk im Jahr 2000 )

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Spreewald Trachten


Die Radduscher Tracht

Eine Zeitreise geschrieben und erzählt vom Radduscher Ortschronist Manfred Kliche.

Geschichte der Trachten

Seit Jahrhunderten werden im Spreewald von den wendischen Frauen farbenfrohe Spreewald Trachten getragen. Jedes Kirchspiel im Spreewald hatte seine eigene Tracht, die oft von den Trägerinnen selbst oder von Trachtenschneidern und -schneiderinnen angefertigt wurde.

Auch die Männer hatten zu früheren Zeiten, so noch um 1850, eine eigene Tracht. Zu dieser Männertracht gehörte ein leinenes Hemd und weiße Leinenhosen, die durch bunte, handbestickte Hosenträger festgehalten wurden. Um den Hals trug man ein farbiges oder schwarzes Tuch, das vorn zu einer Schleife gebunden war, deren Enden unbedingt abstehen mussten. Den Oberkörper umschloss eine mehrfarbige oder auch eine schwarze Weste, deren Vorderteil oftmals in reiner Seide ausgeführt sein konnte. Ein Leinenmantel in weißer oder auch blauer Farbe diente als Schutz bei kühler Witterung. Im Winter wurde noch zusätzlich ein rotes Tuch eingenäht, um die Wärmespeicherung des Kleidungsstücks zu erhöhen. Den Kopf bedeckte eine Zipfelmütze aus Samt, deren Rand mit einem breiten Lammfellstreifen versehen war. Die Füße steckten in derben Lederstiefeln oder Holzpantoffeln. So bot auch die Männertracht ein durchaus farbenprächtiges Bild.

2 Damen in Trachten

Spreewald Trachten -Geschlechtervielfalt

Nach 1850 vollzog sich ein großer Wandel. Die Männer trugen jetzt meist schwarze Hosen und schwarze Westen beziehungsweise auch den schwarzen Gehrock, auf dem Kopf schwarze Hüte oder den Zylinder.Bei den wendischen Frauentrachten gab es eine andere Entwicklung. Die Frau war in früheren Zeiten sehr stark an Haus und Hof gebunden und meist in der bäuerlichen Wirtschaft tätig. In Raddusch wie auch in den anderen Spreewalddörfern gab es drei Trachtenarten: Die Sonntags- beziehungsweise Festtagstracht, die Kirchgangstracht und die Alltags- oder Arbeitstracht. Anhand der Tracht konnte man das Kirchspiel oder das Dorf erkennen, aus dem die Trägerin kam. Auch konnte man vor allem an der Festtagstracht erkennen, über welche finanziellen Mittel die Trägerin verfügte.

Dame mit alter Tracht

Spreewald Trachten – Raddusch

In Raddusch waren bis zum Ersten Weltkrieg sehr wohlhabende Bauern ansässig, und deshalb beanspruchten die Frauen in ihrer Tracht etwas Besonderes. Man wollte sich so von den etwas ärmeren Nachbarn unterscheiden und durch möglichst viel Luxus in der Tracht auf sich aufmerksam machen. Zeitweilig wurden sogar zwei Schürzen über den Rock gebunden. Die Stoffe, Seide, Bänder und Spitzen bezogen die Bauern für ihre Frauen von der Firma Herzog, einem königlich-kaiserlichen Hoflieferanten in Berlin.

Spreewald Trachten – Der besondere Gürtel

Die Taille umschloss ein kunstvoller Gürtel. Dieser Gürtel mit Schnalle wurde nur von Radduscher Frauen getragen. Er bestand aus starkem Linnen mit eingearbeitetem Verschluss. Er wurde meist in Berlin gekauft und „nachbearbeitet“. Je reicher die Trägerin, desto mehr Perlen und kunstvolle Stickereien kamen darauf. In den 1930er Jahren kamen diese Gürtel aus der Mode. Es wurden dann auch in Raddusch Schleifenbänder getragen, die aber in sehr dezenten Pastellfarben gehalten wurden. Hinten auf dem Rock wurde eine schöne lange Schärpe befestigt. Das geblümte Seidenband als Saum zeigte in Raddusch bei der Festtagstracht die ansehnliche Breite von 20 Zentimetern. Die Röcke selbst waren aus Plüsch, Samt, blumigem Atlas, schwarzer, schwerer, glatter Seide und feinem Tuch hergestellt. Unterhalb des breiten Saumes wiesen die Röcke als Abschluss noch einen ein Zentimeter breiten Saum aus gelber oder weißer Spitze auf.

Die Radduscher Haube gehörte neben denen aus Werben und Burg zu den größten Hauben im Spreewald. Sie bestand aus drei Teilen, war bunt gewirkt, bedruckt oder mit schönen Mustern aufwendig bestickt. Steifes Papier oder Gaze, durch viele Stecknadeln zusammengehalten, gaben ihr die gewünschte Form.

Zur Tracht gab es keinen Mantel oder Überwurf. In der kalten Jahreszeit trugen die Frauen eine „Polka“. Das war eine gefütterte taillierte schwarze Jacke mit Schoß.

Spreewald Trachten und Kirche

Die Kirchgangstracht wurde früher besonders zu Gottesdiensten, Beerdigungen oder zu besonderen Anlässen wie in der Passions- und Adventszeit, zu Neujahr, zu Karfreitag, zu Ostern, zu Himmelfahrt, zum Buß- und Bettag, zu Totensonntag, zu Taufen und zu Hochzeiten getragen.

Unterschiede gab es bei älteren Frauen, sie trugen meist grüne oder braune Röcke, auf denen das darauf befindliche Seidenband mit schwarzer Spitze eingefasst war. Die Schürzen wurden in gedämpften Farben gehalten und meist mit schwarzen Spitzen umsäumt. Zur Kirchgangstracht wurde ebenfalls eine schwarze Polka getragen.

Festliche Trachten 2 Damen

Spreewald Trachten im Alltag

Die Alltags- oder Arbeitstracht war schlicht, einfach und praktisch für die Arbeit auf dem Feld und für die Hof- und Hausarbeit ausgerichtet. Meist war die Tracht in dunklen Farben oder im Blaudruck gehalten. Bis 1900 trug man besonders bei der Wiesenarbeit noch ein weißes Kittelchen, ein Schultertuch und eine Leinwandschürze, die oft bedruckt waren. Bei sehr heißem Wetter trugen die Frauen ein Sonnenschutztuch, dass mit einem Samtband festgesteckt war.

Spreewald Trachten – Feste & Hochzeiten

Besonders festlich war die Kleidung der Braut und der Brautjungfern. Den Kopf bedeckte eine weiße Mütze, auf der bei der Braut eine Art Myrtenkranz aufgesteckt war. Die Brautjungfern hatten zahlreiche Blüten- und Grasverzierungen als Schmuck auf ihrer Mütze. Der Kopfputz wurde in beiden Fällen durch einen sehr großen, am Hals gekräuselten „Mühlsteinkragen“ abgeschlossen.

Wie begehrt die Radduscher Tracht war, zeigt folgendes Beispiel: In Raddusch gab es früher viele Schneider, sie waren auch perfekte Trachtenschneider. Einer der bekanntesten war Wilhelm Klauk. Er war ein gefragter Mann in seinem Fach. In den Jahren nach 1848 wanderten viele Wenden nach Amerika aus. Viele gingen nach Texas. Dort bildete sich bald eine wendische Kolonie. Die wendischen Familien wollten hier auch ihre wendischen Traditionen fortführen. Deshalb bestellten sie bei Wilhelm Klauk wendische Trachten, die er dann nach Amerika lieferte.

Susann Beesk Gurkenkönigin

Alte Traditionen verschwinden

Durch die Industrialisierung und die Einflussnahme der modernen Mode sowie durch die immer mehr fortschreitende Eindeutschung begann das Tragen der Trachten nach 1870 allmählich zu schwinden. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Tragen der Tracht als alltägliche Bekleidung bei den Mädchen und Frauen, auch bei den Schulkindern noch allgemein üblich, danach wurde es immer weniger.

Bis Anfang der 1970er Jahre gab es in Raddusch nur noch einige ältere Frauen, die täglich ihre Tracht trugen. Seither wird die Tracht heute nur noch zu besonderen Festen getragen, wie zum Beispiel zur Fastnacht, zum Hafenfest oder zum Scheunenfest.

Der 2001 gegründete Radduscher Heimat- und Trachtenverein hat sich der Pflege des wendischen Brauchtums und der Erhaltung seiner Trachten verschrieben. Seit 2011 führt der Heimat- und Trachtenverein wieder Trachtenumzüge durch, an denen sich jährlich bis zu 40 Paare beteiligen.

Die Frauen streben an, wieder die originale Radduscher Tracht aus dem 19. Jahrhundert mit der Besonderheit, dem Leibgürtel, zu zeigen. Wer die farbenprächtigen Radduscher Trachten bewundern möchte, ist gern zu den traditionellen Festen im Ort eingeladen.

Buschmühle Raddusch

Radduscher Führung

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DDR Geschichte

DDR Zeitreise

DDR und ihre Relikte

In Zeiten der DDR war der Tourismus im Spreewald zwar vorhanden, aber im Vergleich zu heute schon noch im Dornröschenschlaf. Begeben Sie sich mit uns auf eine spannende Reise durch die ehemalige „Bananenrepublik“ und lassen Sie sich die eine oder andere skurile aber wahre Episode näher bringen.

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Burg Spreewald

Burg Spreewald -Die Streusiedlung

Der Ort Burg Spreewald liegt in Brandenburg. Nur eine gute Autostunde von Berlin entfernt. Er ist mit einer Fläche von 35 Quadratkilometern, das größte Dorf auf dem europäischen Kontinent. Besonders malerisch kommen einem die schier endlos erscheinenden Grünflächen, Wiesen,Felder vor. Burg ist eine sogenannte Streusiedlung. Man denkt teilweise, dass man den Ort bereits verlassen hat. Dies ist aber nicht so. Die Gemeinde Burg unterteilt sich in 4 Ortsteile: Burg-Dorf, Burg-Kauper, Burg-Kolonie und Müschen. Eine Urlaubsempfehlung der besonderen Art – Mit den Insidern unterwegs.

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Insider im Spreewald

Der Spreewald ist eine einzigartige , facettenreiche Biosphärenlandschaft und sucht in dieser Art seines gleichen weltweit. Mit seiner abwechslungsreichen Flora & Fauna bietet er für jung und alt tolle Schnappschüsse und bleibende Erinnerungen. Die Spreewald Insider bewegen sich auf Pfaden und Wegen, welche die Ruhe der Natur in keinster Weise stören wird. Die Vielfalt liegt im Auge des Betrachters, die Geschichte und Kultur in manch versteckten Relikt. Frei nach dem Motto: „Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin führt, wo andere bereits gegangen sind“. (Autor: A. Graham Bell) zeigen wir ihnen verborgene Orte, verlassene Relikte, einzigartige Naturschönheiten und geben so manchen heißen Insidertip.

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